Ex-Kanzler Gerhard Schröder hat in der Berliner Zeitung gegen eine Dämonisierung Russlands und für Erdgasimporte argumentiert. Ich finde: Da hat Schröder recht! Er bezeichnete den Angriff von Russland auf die Ukraine richtig als völkerrechtswidrig, forderte aber klug, die Eskalationsdynamik müsse gebrochen werden. Es brauche Frieden zwischen Deutschland und Russland. Schröder schreibt: „Heute ist viel von militärischen Fähigkeiten die Rede, doch unser Land und Europa brauchen in erster Linie Friedensfähigkeit. Deshalb halte ich weiterhin für richtig, was ich in meiner Zeit als Bundeskanzler vorangetrieben habe: die, wie sich gezeigt hat, sichere und verlässliche Lieferung von preiswerter Energie aus Russland … Das zu diffamieren, ist einfach unsinnig. Im Gegenteil: Wir brauchen derartige Formen der Kooperation mit Russland … Ich bin auch gegen die Dämonisierung Russlands als ewiger Feind. Russland, das ist nicht das Land der Barbaren, sondern ein Land mit einer großen Kultur und vielfältigen historischen Verbindungen zu Deutschland.»
Weiter: „Friedenspolitisch stehe ich in der Tradition von Willy Brandt und Helmut Schmidt. Ich setze mich für eine kooperative Sicherheitsordnung ein, die auch von den Vereinten Nationen gefordert wird. Wie aber soll Gemeinsamkeit geschaffen werden, wenn Russland, das größte Land der Erde, ausgegrenzt wird? Oder auch China, der neue Wirtschaftsgigant mit 1,3 Milliarden Einwohnern? … Die Entwicklung der Welt und ihrer technisch-ökonomischen Dynamik verlagert sich von West nach Ost. Umso mehr müsste sich Europa von Lissabon bis zum Ural als Einheit verstehen.»
Quelle: Gerhard Schröder: „Ich sorge mich um die Zukunft unseres Landes“. Berliner Zeitung 23. Januar 2026
Anm.: Ich kann mich Gerhard Schröder durchaus anschließen. Trotzdem sind nach den Nürnberger Prozess-Regeln das „Führen eines Angriffskrieges“ und „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ nicht von der Hand zu weisen.